MACH – Ein Dach mit Mehrwert

12.03.2026, SENN

Das MACH-Dach als integriertes System für Energie, Wasser und Biodiversität

Das MACH im neuen Zürcher Koch-Quartier zeichnet sich durch ein sorgfältig entwickeltes Nachhaltigkeitskonzept aus. Eine zentrale Rolle spielt dabei die 2’200 Quadratmeter grosse Dachfläche. Sie verbindet Energiegewinnung, Wassermanagement und Biodiversität.

«Das Dach ist für uns keine Restfläche, sondern eine zusätzliche Nutzebene. Entsprechend konsequent haben wir es in das architektonische Konzept integriert», erklärt Architekt Murat Ekinci von der ARGE Käferstein Meister & Ekinci Architekten, die das MACH entworfen haben. Wie konsequent dieser Gedanke beim SENN-Gewerbehaus MACH im Zürcher Koch-Quartier verfolgt wurde, zeigt sich in der Umsetzung: Auf dem Dach wurden die Treppenhauszugänge, die Liftüberfahrten und die Lüftungszentralen jeweils über den beiden Erschliessungskernen in zwei Energieboxen gebündelt. Diese sind mit feuerverzinkten Gittern umhüllt und mit Photovoltaikpaneelen überdacht. Dadurch konnte die technische Infrastruktur funktional und gestalterisch in die Dachlandschaft integriert und für die Nachbarschaft diskret verpackt werden. Die übrige Dachfläche wurden ebenfalls mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, welche zur Energieversorgung beitragen.

dsc03881 s scaled aspect ratio 16 9

© Murat Ekinci

Hauptdach mit den Energieboxen, der PV-Anlage und dem Wildbienensand

Wassermanagement nach dem Schwammstadt-Prinzip

Auch der Umgang mit Regenwasser ist nachhaltig ausgerichtet. Im Sinne der Schwammstadt und des zugrunde liegenden Sickerkonzepts fliesst es zunächst verzögert durch die Substratmasse der extensiven Dachbegrünung und gelangt anschliessend über Ablaufrohre in die Zisterne. Diese versorgt wiederum die vertikal angeordneten Pflanzentröge, deren Fassadenbegrünung zur Biodiversität beiträgt. Überschüssiges Regenwasser wird schliesslich vor Ort versickert. So entsteht ein direkter Zusammenhang zwischen Dach, Fassade und Umgebung.

«Regenwasser ist kein Abfallprodukt, sondern eine Ressource. Architektur hat das Potential hier einen ökologischen Beitrag zu leisten. Als System gedacht und in die Architektur integriert, kann so auf Klima und Ort reagiert werden», erläutert Murat Ekinci.

 
dsc03895 s scaled aspect ratio 4 3

© Murat Ekinci

Die Pflanztröge auf der Südterrasse werden mit dem gesammelten Meteorwasser vom Hauptdach bewässert
260211 rmüller wildbienensand stampfen orig

© Regula Müller

Der Wildbienensand wird manuell eingestampft

Lebensraum für Wildbienen

Zum nachhaltigen Dachkonzept gehören zudem gezielt angelegte Sandflächen. Sie bieten Wildbienen und anderen Insekten ideale Nistmöglichkeiten sowie sonnige Rückzugsorte. Dadurch entstehen wertvolle Kleinlebensräume, die zugleich Vögeln als Nahrungsquelle dienen und die Artenvielfalt stärken.

Dach als Teil des Ganzen

Die Dachfläche des MACH zeigt, wie technische Infrastruktur und ökologische Verantwortung zusammengedacht werden können. Sie ist nicht nur Gebäudeabschluss, sondern Teil eines grösseren Ganzen: Energie, Wasser und Biodiversität greifen hier ineinander und bilden ein funktionales System.

«Nachhaltigkeit gelingt am besten durch das Zusammenspiel von Gestaltung, Technik und Ökologie – insbesondere mit einer Prise Mut für innovative Lösungsansätze», betont Johannes Käferstein.

Noch gibt es im Gewerbehaus wenige freie Flächen. Weitere Informationen unter:

https://mach.zuerich