Kunst UND Bau: Wenn ein Gebäude einen Charakter bekommt

05.03.2026, SENN

Ein Ort lebt nicht allein von seiner Architektur. Er lebt von den Menschen, die ihn beleben und von dem, was er ausstrahlt. Bei SENN ist die Überzeugung, dass Kunst wesentlich zu diesem Charakter beiträgt, tief verankert. Nicht als nachträgliche Dekoration, sondern als Teil der Entwicklung.

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© David Walter

Von Anfang an mitgedacht

Kunst am Bau ist für SENN kein Muss und genau deshalb entfaltet sie Wirkung. Wenn das Interesse auf beiden Seiten vorhanden ist, bei Architekt:innen wie bei SENN, entsteht eine Symbiose zwischen Werk und Ort. Manchmal sind es subtile Interventionen, die ein Gebäude leise prägen, wie die Keramikböden von Gabi Deutsch im Entrée des Zwicky Süd in Dübendorf. Manchmal sind es raumgreifende Arbeiten, die einem Ort eine ganz eigene Identität geben.

Kunst findet bei SENN aber nicht nur am Bau statt. Der Styling Point, der hintere Teil der Mano Kaffeebar an der Brühlgasse in St. Gallen, hat sich als Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst etabliert. Unter dem Namen «Styling Point Projects» werden dort regelmässig Werke junger Künstler:innen gezeigt, bewusst ausserhalb klassischer Galerieräume und mit niedrigschwelligem Zugang. Die aktuelle Ausstellung zeigt Malerei von Martin Boukhalfa, kuratiert von Franz Ackermann, dessen Wandbilder auch die Wände des SENN-Büros prägen. Ein schöner Kreis.

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© Alexandra Koch

NINA im Main Campus HQ

Ein besonders starkes Beispiel ist die Zusammenarbeit mit Studio Renée Levi für den Switzerland Innovation Park Basel Area Main Campus in Allschwil. Die vier skulpturalen Treppenhäuser, von Herzog & de Meuron konzipiert, boten die perfekte Ausgangslage für eine künstlerische Intervention. Renée Levi entwickelte dafür NINA: vier Buchstaben, vier Treppenhäuser. Linien aus Gips, direkt auf Beton aufgetragen, die sich überschneiden, aufeinander zugehen, dicker und dünner werden. Für Renée Levi steht der Name für Familie, kulturelle Identität, Kraft. Ergänzt wird die Arbeit durch einen grossformatigen Wandteppich in der Aula, sechzehn Farben, produziert von der Traditionsfirma Tisca, als farbiger Gegenpol zur Strenge der Treppenhäuser.

 
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© Daisuke Hirabayashi

Kunst, die man anfassen darf

An der Brühlgasse 37 in St. Gallen, unserem Hauptsitz, begegnet man der Kunst anders. Bereits von weitem sind die leuchtenden Farben der Wandmalerei im dazugehörigen Restaurant CORSO sichtbar, ein Werk von Franz Ackermann. Grundlage seiner Arbeiten ist das Reisen: Noch vor Ort hält er seine persönliche Wahrnehmung in sogenannten «Mental Maps» fest, mentale Stadtpläne und Landkarten, die er später in grossformatige Wandarbeiten übersetzt, stark geprägt von der Pop-Ästhetik. Im Treppenhaus des Gebäudes hat er eine zweite, ebenso raumgreifende Wandmalerei realisiert.

Im Erdgeschoss hat Beni Bischof den «Do Nothing Club» eingerichtet: eine Wohnecke im Stil eines Teenager-Zimmers der 90er Jahre, komplett möbliert und begehbar. Schwarzenegger-Poster, weisses Ledersofa, Teddybär, Schwarzlicht. Es ist Benis persönliche Referenz an den Anfang seiner Karriere, als er sich in einer Garage einrichtete und den Raum so gestaltete, dass er sich dort gerne aufhielt. Der «Do Nothing Club» versetzt einen zurück in diese Stimmung, mitten im Arbeitsalltag. Realität trifft Fiktion.

Im Styling Point nebenan hat er mehrere Möbelobjekte platziert, Kunstwerke, auf denen man sitzen soll. Ein Sessel aus rund 180 bemalten Keilrahmen. Ein dekonstruierter Eames-Hocker, «einfach respektlos», wie Beni selbst sagt. Ein Monobloc-Stuhl mit Zeituhr und TNT-Attrappen, inspiriert vom Film «Die Hard». Und der Electric Chair: originalgetreu nachgebaut, mit roten LED-Blinklichtern und einem aufklappbaren Schreibbrett. Bestimmt kein Stuhl, auf dem man sich wohl fühlt, und genau das ist der Punkt.

Fahrbare Kunst im HORTUS

Ganz anders, aber mit demselben Impuls: Der von SENN, Herzog & de Meuron und ZPF Ingenieure gemeinsam entwickelte Bürohaus HORTUS bei Basel, inspirierte SENN zu einem Kunstwerk der anderen Art. Ein DeLorean DMC-12 von einem Schweizer Eigentümer wurde erworben, auf Elektroantrieb umgerüstet und Beni Bischof zur künstlerischen Gestaltung übergeben. Eineinhalb Jahre lang hatte er freie Hand. Entstanden ist der eLorean OMG: Auf der Kühlerhaube ein glitzernder Airbrush-Sonnenuntergang, über der Frontscheibe «Made on Earth by Humans». Im Innern ein dichtes Universum aus Aufklebern, Objekten, Bronzegüssen und gefundenem Material, persönlich, absurd, lesbar für alle, die sich die Zeit nehmen.

Dass beim HORTUS der Garten selbst Kunst am Bau ist, zeigt sich hier: https://senn.com/piet-oudolf-fuer-hortus-die-kunst-am-bau-ist-der-garten/

Kunst aus «Liebe zum Ort» und nicht als Dekoration!