Wie Singular BIM besser macht

Digitalisierung allein reicht nicht

Auch in der Baubranche ist die Digitalisierung nur so gut, wie die dahinterliegenden Fundamentaldaten. SENNs Tochterunternehmen Singular hat deshalb ein Rechtschreibeprogramm für das digitale Baumodell BIM entwickelt. Wir haben mit Gründer Julian Amann gesprochen.
(Foto: v.l. Bruno Ruch, Julian Amann)

Julian, Singular wurde Ende 2018 gegründet. Ihr habt euch der Optimierung der BIM-Methode (Building Information Modeling) verschrieben. Was heisst das konkret?

Wir glauben an das Potential von Building Information Modelling (BIM). Dank der Methode können die verschiedenen Experten zusammen an einem Modell arbeiten und erstellen einen digitalen Zwilling vor dem effektiven Beginn des Baus der Immobilie.

Gleichzeitig sind wir aber auch davon überzeugt, dass das Potenzial von BIM noch nicht vollständig ausgeschöpft ist. Denn die Modelle enthalten noch viele Fehlerquelle, die einem erst später bewusst werden.  Im schlimmsten Fall hat man am Schluss einen digitalen Zwilling, der in Realität nicht funktioniert.

 

Und wie lässt sich dieses Problem lösen?

Wir haben den Singular Qualifier entwickelt. Eine Software, welche die Pain Points des digitalen Bauens minimiert und so 100% BIM-Modellqualität sicherstellt. Man kann es sich wie ein Rechtschreibeprogramm vorstellen, dass Fehler, aber auch Unstimmigkeiten zwischen den einzelnen Planungsebenen und Perspektiven erkennt und behebt. So kommen die Einzelteile am Schluss zu einem in sich greifenden Gesamtbild zusammen. Das erspart allen Seiten Nerven, Zeit sowie Kosten und schafft darüber hinaus Vertrauen zwischen allen Planungsbeteiligten.

 

Wie ist die Idee entstanden?

Neue Innovationen und der digitale Fortschritt, welche die Bauindustrie in den letzten Jahren erleben durfte, beschäftigten meinen Mitgründer Bruno Ruch und mich schon eine ganze Weile. In diversen Projekten waren wir als BIM-Experten involviert und haben oft die Probleme und Frustration von unentdeckten Fehlerquellen und nicht-kompatiblen Modellen erlebt. Das bestärkte uns in unserer Meinung, dass das Potential von BIM riesig ist, der Schlüssel dazu aber in der Qualitätssicherung liegt.

 

Mittlerweile sind wir ein Team von 12 Personen und haben zwei Produkte lanciert.
Gibt es wirklich keine geltenden Standards und Normen, die diese Probleme beheben?

Nein, es gibt keine perfekten Standards sowie keine perfekte Software. Und genau an dieser Schnittstelle helfen wir und füllen die Lücke zwischen den Anforderungen und der Software.

Ihr habt mit der Entreprise-Lösung gestartet und im Winter ein neues Produkt auf den Markt gebracht. Welche Vorteile hat dies?

Genau. Wir haben unser Produkt bis anhin als Enterprise-Lösung an Bauherren verkauft. Der Singular Qualifier ist neu auch für Einzelbüros verfügbar. So können auch Architekten oder Ingenieure von unserem Programm Gebrauch machen.

Es freut uns sehr, dass wir es mit dem Qualifier in die Top 10 beim «Smart Building Smart Construction Innovation World Cup» geschafft haben.

 

Was hat es eigentlich mit dem Namen „Singular“ auf sich?

Im Chaos der Digitalisierung möchten wir Klarheit schaffen. Unsere Produkte sind zwar technisch komplex, sollen für die Nutzer aber einfach und interpretationsfrei sein.

 

Ihr seid ein Tochterunternehmen von SENN. Wie profitiert ihr gegenseitig von eurem Wissen?

Bei SENN sitzen bei den Projekten immer alle involvierten Parteien von Anfang an mit am Tisch (mehr zum Projektkreislauf bei SENN lesen Sie hier). Wir und die zweite SENN-Tochter Ctrl, welche BIM-Modelle modelliert, spielen beim Bauprozess eine entscheidende Rolle. So können wir gegenseitig von unserem Know-how Gebrauch machen und es direkt umsetzen.

 

Welche Trends siehst du in den nächsten Jahren in Bezug auf BIM aber auch grundsätzlich bei der Digitalisierung auf die Baubranche zukommen? Was kommt nach BIM?

Über den Einsatz von BIM wird man in Zukunft nicht mehr viel diskutieren – es wird einfach die zeitgemässe Planungs- und Baumethode sein. Wir werden aufgrund von unzähligen Modell- und Vergleichsdaten in der Lage sein, fundiertere Entscheidungen zu treffen. Parametrisches Design wird uns helfen, intelligentere Gebäude zu bauen, die für Mensch und Umwelt nachhaltig sind.

Über Singular

Singular wurde mit dem Zweck gegründet, intelligente Baumodelle sicherer und nachhaltiger zu machen. Fehlerquellen werden von Anfang an identifiziert und korrigiert.
Damit will das Unternehmen den Arbeitsalltag von allen Architekt*innen, Planer*innen, Koordinatoren*innen und Bauherren*innen verbessern. Mehr zu Singular erfahren Sie hier: https://snglr.com/

Über BIM

BIM – 3 Buchstaben, die für die Digitalisierung der Baubranche stehen. Building Information Modeling erlaubt es, Bauwerke anhand eines digitalen Gebäudemodells über ihren gesamten Lebenszyklus abzubilden. Dieser digitale Zwilling wird über den ganzen Planungsprozess hinweg von allen Projektbeteiligten mit Informationen angereichert. So fliessen alle Informationen in einem Modell zusammen.